Ballaststoffe

Ballaststoffe – wie viel braucht ein starker Körper wirklich?

Protein wird abgewogen, Kreatin täglich genommen und die Kohlenhydrate rund ums Training geplant. Bei Ballaststoffen sieht es oft anders aus. Solange die Verdauung halbwegs funktioniert, landen sie irgendwo unter „Gemüse sollte man wohl auch essen“.

Dabei gehören Ballaststoffe zu den unspektakulären Dingen, die langfristig einen großen Unterschied machen. Sie unterstützen die Verdauung, beeinflussen die Sättigung und dienen Teilen unserer Darmflora als Nahrung. Eine ballaststoffreiche Ernährung wird außerdem mit einem geringeren Risiko für verschiedene chronische Erkrankungen in Verbindung gebracht.

30 Gramm sind ein guter Richtwert

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen, mindestens 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag. Das ist kein magischer Schwellenwert, aber schon einmal eine sehr brauchbare Orientierung. Wer groß, schwer oder sehr aktiv ist und entsprechend viele Kalorien isst, kann problemlos deutlich darüber liegen. Entscheidend ist nicht, jeden Abend exakt auf 30 Gramm zu kommen, sondern regelmäßig ballaststoffreiche Lebensmittel in die Ernährung einzubauen. Dazu gehören vor allem Vollkornprodukte, Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen.

Warum Ballaststoffe mehr können als nur die Verdauung anzukurbeln

Ballaststoffe werden im Dünndarm nicht oder nicht vollständig verdaut. Verschiedene Arten binden Wasser, erhöhen das Stuhlvolumen oder werden von Darmbakterien fermentiert. Das kann die normale Darmfunktion unterstützen und Verstopfung vorbeugen.

Für Sportler ist aber noch ein anderer Punkt interessant: Ballaststoffreiche Lebensmittel sättigen häufig stärker und bringen gleichzeitig viele Mikronährstoffe mit. Gerade in einer Diät kann das hilfreich sein. Langfristig wird eine höhere Ballaststoffzufuhr außerdem mit einem geringeren Risiko für unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes in Verbindung gebracht. Ballaststoffe sind deshalb keine Nebensache für Menschen mit Verdauungsproblemen. Sie gehören zu einer vernünftig aufgebauten Ernährung genauso dazu wie ausreichend Protein oder hochwertige Fettquellen.

Zehn Gramm Gemüse am Tellerrand reichen nicht

Du musst Ballaststoffe nicht zwangsläufig tracken. Wer täglich Gemüse und Obst isst, regelmäßig Vollkornprodukte verwendet und Hülsenfrüchte, Nüsse oder Samen einbaut, landet meist automatisch in einem brauchbaren Bereich.

Ein Frühstück aus Haferflocken und Beeren, eine vernünftige Portion Gemüse zum Mittagessen, etwas Obst oder Nüsse zwischendurch und Kartoffeln, Vollkornreis oder Hülsenfrüchte am Abend können bereits viel abdecken.

Und genau hier zeigt sich der Unterschied zwischen einer Ernährung, die nur ihre Makros trifft, und einer Ernährung, die wirklich gut aufgebaut ist. Du kannst 200 Gramm Protein essen und deine Kalorien perfekt treffen. Wenn deine Ernährung überwiegend aus stark verarbeiteten, ballaststoffarmen Lebensmitteln besteht, ist sie trotzdem nicht automatisch hochwertig.

Mehr ist nicht sofort besser

Wer bisher sehr ballaststoffarm gegessen hat, sollte seine Zufuhr nicht von heute auf morgen verdoppeln oder verdreifachen. Große Mengen Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte oder Flohsamenschalen können anfangs Blähungen, Bauchschmerzen oder Veränderungen des Stuhlgangs verursachen. Deshalb ist es sinnvoll, die Menge schrittweise zu erhöhen und gleichzeitig ausreichend zu trinken. Der Darm muss nicht innerhalb von drei Tagen auf „perfekte Ernährung“ umgestellt werden. Kleine Veränderungen reichen: häufiger Vollkorn, mehr Gemüse, Haferflocken statt stark verarbeitetem Frühstück und ein paar Portionen Hülsenfrüchte pro Woche.

Starke Ernährung beginnt bei den Grundlagen

Für Erwachsene sind mindestens 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag ein sinnvoller Richtwert. Du musst hier mal keine PRs jagen. Wenn regelmäßig Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen auf deinem Teller landen, brauchst du auf Ballaststoffe meist gar nicht gesondert zu achten.

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Ausgewählte Fragen und Antworten zu Ballaststoffen.
  2. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte – Ballaststoffe.
  3. European Food Safety Authority (EFSA): Dietary Reference Values for carbohydrates and dietary fibre.